Ein Chatbot antwortet. Eine klassische Automatisierung folgt festen Regeln. Ein KI-Agent bekommt ein Ziel und entscheidet selbst, welche Schritte und Werkzeuge er dafür braucht.
Werkzeuge sind dabei alles, worauf der Agent zugreifen darf: Postfach, Kalender, Kundendatenbank, Warenwirtschaft, Websuche. Dahinter steckt ein Sprachmodell – das KI-Programm, das Text versteht und schreibt. Neu ist nicht das Modell, sondern dass es Aktionen auslösen darf.
| Chatbot | Klassische Automatisierung | KI-Agent |
| Wie es arbeitet | beantwortet Fragen im Chatfenster | führt feste Regeln aus: „wenn A, dann B“ | plant Schritte selbst und nutzt Werkzeuge |
| Beispiel Handwerk | erklärt auf der Website, welche Unterlagen für ein Angebot nötig sind | legt jede Mail mit „Angebot“ im Betreff in einen Ordner | liest die Anfrage, prüft freie Termine, schreibt einen Antwortentwurf mit Terminvorschlag |
| Stärke | schnell eingerichtet | zuverlässig und nachvollziehbar | kommt mit frei formulierten, unterschiedlichen Fällen zurecht |
| Schwäche | handelt nicht | scheitert, sobald ein Fall von der Regel abweicht | kann sich irren und dabei trotzdem handeln |
Nicht alles, was als Agent verkauft wird, ist einer. Gartner spricht von „Agent Washing“: Anbieter benennen vorhandene Chatbots oder Automatisierungen einfach um. Fragen Sie deshalb nach, was das Programm selbst entscheidet und was fest programmiert ist.
Kurz gesagt: Ein Agent ist eine KI, die nicht nur schreibt, sondern handelt. Genau das macht ihn nützlich – und riskanter.